Home

 begrüßt Sie
im Internet.

                       Der Megapixelwahn

Beste Bildqualität mit 6 Megapixeln... oder je mehr Pixel desto schlechter das Bild?

 

Die vielen Kommentare der Fachleute zum Megapixelwahn sind einhellig. Dieser hier soll stellvertretend sein und bestärkt mich auch in meiner persönlichen Meinung, obwohl der Aspekt “Ausschnitt/Vergrößerung bzw. Digitalzoom” gar nicht erwähnt wird. Denn dadurch - wie bereits beschrieben - nimmt die die Bildqualität weiter ab. Nicht erwähnt wird außerdem der Unsinn der “Interpolation” im BiIlig- und Ramschsegment, d. h. eine 3 Megapixel Kamera wird mit interner Kamerasoftware zur 12 MPix Kamera hochgepuscht. 12 Megapixel klingen eben besser als 3 obwohl die Bilder keinen Deut besser sind.

Auszug aus der Website von Image Engineering Dietmar Wueller

Der beste Kompromiss für eine Kompaktkamera ist ein Sensor mit 6 Millionen Pixeln oder besser eine Pixelgröße von > 3µm.

 Eine Digitalkamera mit 12 Millionen Pixeln ist besser, als eine mit 6 Millionen. ‘Stimmt’ werden Sie jetzt vielleicht sagen, weil Sie immer gehört haben, dass viele Pixel gut sind.

Stimmt nicht (!!!), müssen wir leider sagen, wenn es sich um eine Kompaktkamera handelt.

Wir, das sind die Mitarbeiter der Firma Image Engineering, ein unabhängiges Testlabor für digitale Kameras, das unter anderem die Tests für die Zeitschriften Color Foto und c’t durchführt.

Seit einiger Zeit beobachten wir, dass die Bildqualität der digitalen Kameras schlechter wird anstatt besser. Der Grund hierfür ist, dass die Bildsensoren in der Kamera in immer mehr und damit kleinere Pixel aufgeteilt werden. Welche Konsequenzen das hat, möchten wir auf dieser Website verdeutlichen.

Der Grund, warum wir sie ins Leben gerufen haben, ist die Spirale in der wir uns derzeit befinden und aus der wir ausbrechen müssen. Die meisten Menschen haben gehört, dass viele Pixel eine gute Kamera ausmachen und kaufen deshalb die Kameras mit den meisten Pixeln. Die Hersteller produzieren also Kameras mit immer mehr Pixeln, damit sie sich gut verkaufen. Was auf der Strecke bleibt, ist die Qualität der Bilder.

Diese Website ist ein kleiner Beitrag zur Aufklärung und wird hoffentlich in der Öffentlichkeit und auch von den Herstellern entsprechend wahrgenommen.

6 Megapixel- Der beste Kompromiss zwischen Pixelanzahl und Bildstörung.
Hier ist überspitzt dargestellt: die Zunahme der Details mit mehr Pixeln und die Zunahme der Störungen, wenn die Pixel zu klein werden.

1995- In diesem Jahr kamen die ersten kompakten Digitalkameras auf den Markt (Casio QV-10, Kodak DC 40 etc.). Diese Kameras hatten eine sehr geringe Pixelanzahl und lieferten deshalb Bilder, die auf Papier gedruckt nicht wirklich ansehnlich waren. Die Fotopresse bemängelte die geringe Pixelzahl und die Hersteller reagierten mit entsprechenden Kameras. Bereits 1996 gab es dann die Kameras mit 800.000 Pixeln und 1998 wurde die 2 Megapixel Kamera zum Standard.

Nun war die Pixelanzahl ausreichend, um ein 10 x 15 cm Bild in sehr guter Qualität zu drucken und auch der A4 Ausdruck sah sehr ordentlich aus. Zu dieser Zeit galt tatsächlich: „Je mehr Pixel, desto besser das Bild.“ Die Zahl der Pixel stellten den Flaschenhals für die Qualität dar. Jeder, der sich eine Kamera kaufte, hat das mitbekommen und es setzte sich in den Köpfen der Menschen fest.

Die Zeit ging ins Land und wir erreichten zur Photokina 2004 die 6 Megapixel im Bereich der Kompaktkameras. Die Experten sind sich einig, dass 6 Megapixel unter üblichen Aufnahmebedingungen einer durchschnittlichen Aufnahme auf Kleinbildfilm entsprechen. Von da an ging es leider mit der Bildqualität stetig bergab.

Die Anfang 2005 erschienenen 8 Megapixel Modelle zeigten bereits extreme Bildstörungen (das sogenannte Rauschen) bei mäßigen Lichtverhältnissen und Abbildungsfehler der Objektive wurden immer deutlicher. Diesen Problemen, die sich bei den heutigen 10 und 12 Megapixel Modellen noch verstärken, versucht man mit softwareseitiger Rauschunterdrückung und Bildverarbeitung beizukommen, was jedoch nur bedingt funktioniert. Und deshalb gilt heute leider:

„Je mehr Pixel desto schlechter das Bild!“
Doch warum ist das so? Nun, Kompaktkameras sollen klein und preiswert sein. Aus diesem Grunde werden Bildsensoren in die Kameras eingebaut, die recht klein sind. Das meint Sensoren in Formaten mit beispielsweise 7,5 x 9,4 mm oder in den kleinen Kameras 5,4 x 6,8 mm. Damit diese Kameras entsprechend viele Pixel liefern, werden die gleich klein bleibenden Sensoren immer feiner unterteilt.

Das lässt für jedes Pixel natürlich entsprechend weniger Licht übrig mit der Folge, dass die Lichtempfindlichkeit der Kamera abnimmt und sich das Rauschen stärker bemerkbar macht. Gleichzeitig sollen die mehr Pixel ja auch zu einer besseren Detailwiedergabe (Auflösung) führen, was bessere Objektive mit einer höheren Auflösung und geringeren Abbildungsfehlern (chromatische Aberration) voraussetzt. Jedoch sind bessere Objektive auch größer und werden dem Wunsch nach einer ‘kleinen’ Kamera nicht gerecht.

Die Pixel werden inzwischen so klein, dass das physikalische Phänomen der Beugung dazu führt, dass die Detailwiedergabe bei kleineren Blendenöffnungen (teilweise schon ab Blende 3,5) abnimmt. Hinzu kommt, dass die Dateigrößen bei Kameras mit 12 Megapixeln ausgepackt bei 36 MB pro Bild liegen. Diese Datenflut führt bei vielen Bildern zu enormen Bearbeitungszeiten und zu großem Speicherbedarf. Entscheidend für die gezeigten Probleme ist also eigentlich nicht die Anzahl der Pixel, sondern deren Größe. Nur, die Pixel größer machen heißt den Sensor vergrößern und damit auch die Kamera mit Objektiv, was jedoch, wie der Name ja schon sagt, bei Kompaktkameras unerwünscht ist.

Digitale SLRs mit vielen Pixeln sind OK.
Für digitale Spiegelreflexkameras gilt diese Betrachtung so nicht, weil der Sensor dieser Kameras und damit jedes Pixel sehr viel größer ist. Dadurch werden die Kameras lichtempfindlicher und zeigen geringeres Rauschen. Die hochwertigen Objektive liefern die notwendige Auflösung und die Kameras sind auf große Datenmengen ausgelegt.

Anmerkung RIMAKE: Zu diesem Thema gibt es noch eine Vielzahl kritischer und fundierter Veröffentlichungen.

Die Website der Kunckel EDV GmbH bringt es auf den Punkt: Da es im Zeitalter der digitalen Geräte keine Größenbeschränkung gibt, baut jeder Hersteller die Chipgröße ein, die ihm technisch und preislich am besten geeignet ist. Und da wir dank der "Geiz-ist-geil" - Besoffenheit eigentlich nur noch Wert auf "billich" legen, liefern die Hersteller nur das, was sich verkaufen läßt. Und verkaufen lassen sich hohe Pixelzahlen (Das Digitalkamera-Quartett: "Ey, meine hat 12MPix..")

Und darunter leiden dann alle: Es ist einfach kein Vergnügen mehr, sich Bilder aktueller Kompaktkameras anzusehen.

Dazu RIMAKE: Es ist sicher ein Unterschied, ob die Bewertung eines 10 x 15 Bildes im Testlabor erarbeitet wird oder der Normalbetrachter nur seinen Blick darauf wirft. Der wird bei dieser Bildgröße so wenig wie ich weder ein “Rauschen” noch irgendwelche “chromatische Aberration” erkennen. Sein Blick richtet sich auf den Inhalt und sonst nichts. Und dass hier die 12 Megapixel für “die Katz” sind, interessiert ihn ebenso wenig wie der Durchmesser der einzelnen Pixel.
Allerdings wird auch der Kaufinteressent der sich bewusst für eine neue 6 MPix Kompaktdigi entscheidet in Zukunft ein Problem haben, weil diese mangels Nachfrage vermutlich nicht mehr hergestellt werden. Es sei denn, das überfällige Umdenken sowohl der Konsumenten als auch der Hersteller findet statt.

 

zurück6